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...Kriegsschiff


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7608-111aHeller, "LE SOLEIL ROYAL", Maßstab 1:100

Als ich den Baukasten der "LE SOLEIL ROYAL" Anfang der 70er in einem Spielwarengeschäft sah, kannte mein Begeisterung keine Grenzen.

Die französische Firma Heller hatte dieses Schiffsmodell, das einen der größten Kriegssegler der Geschichte (108 Kanonen) darstellt, im Maßstab 1:100 produziert. Obwohl das Modell auf Grund fehlender Original-Pläne und -Quellen dem Original (1669-1692) nicht ganz entsprechen dürfte (die Soleil Royal explodierte nach einer Seeschlacht 1692 im Ärmelkanal), kann man es als Bausatz der Superlative bezeichnen.

Ich kenne kein anderes Modell, das in Verarbeitung, Paßgenauigkeit, und Detailtreue die Soleil Royal überbieten kann. Über kleinere Mängel des Bausatzes muß man angesichts des Gesamten hinwegsehen.

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Als ich mir den Bausatz zulegte, die 2300 Bauteile und die Bauanleitung sah, war ich erst einmal hilflos. Die mangelhafte deutsche Übersetzung der Bauanleitung war ein Kritikpunkt, der während des Bauvorgangs immer wieder Rätsel aufgab.

Der Aufbau und die Bemalung von 2300 Teilen, des Rumpfes, der Kanonen- Decks, der Masten, der Segelrahen und aller anderen Teile nahm insgesamt an die 700 Stunden in Anspruch.

Einen sehr aufwendigen Arbeitsgang stellte die Herstellung und die Anbringung der Wanten dar, die mit ca. 5350 Knoten verknüpft werden mußten, sowie der Takelage, die großteils mit Seemannsknoten verarbeitet wurde. Als das Modell nach fast einem Jahr fertig war, war das Ergebnis allerdings umwerfend.




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Die nächsten zwei Jahre befaßte ich mich mit anderen Dingen, bzw. mit dem Bau der "LA REALE" (siehe nächstes Kapitel). Als dieser beendet, etwas Ruhe eingekehrt war und die Muße zum Modellbau wieder einkehrte, wandte ich mich nochmals der LE SOLEIL ROYAL zu.






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Beim Bau der LE SOLEIL ROYAL hatte ich mit mir gerungen, die im Bausatz enthaltenen Plastiksegel anzubringen. Letztendlich verzichtete ich darauf, um zu späterer Zeit eine bessere Lösung zu suchen oder das Schiff ohne Besegelung zu belassen.

Unverständlich, daß der Hersteller zu einem derart hochwertigen und teuren Modell Plastiksegel lieferte. Diese fanden den Weg in den Müll.

Ich stellte die Segel aus feinem Leinen selbst her, verschmutze sie etwas und behandelte sie mit Kleidungsstärke. Für die Herstellung, Anbringung und Vertakelung der Segel benötigte ich noch einmal ca.150 Stunden.


Auch wenn das Ergebnis aus heutiger Sicht nicht optimal wurde, es ist um Klassen besser als die vom Hersteller gelieferten Plastiksegel.




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Das fertige Model hat ein Länge von ca 770mm, eine Höhe von 760mm und eine Breite (mit Zusatzsegeln) von 520mm.



Der Zusammenbau ist schwierig und nur geübten, geduldigen Modellbauern zu empfehlen.














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Heller, "LA REALE", Maßstab 1:75


Das nächste große Schiffsmodell, das von der Firma Heller erschien, war die "LA REALE", das Modell wurde den existierenden Originalplänen nachempfunden.


Das unter Louis XIV von Frankreich gebaute Schiff wurde mit Ornamenten des Skulpteurs Pierre Puget verziert. Mit 170 Fuß Länge, 21 Fuß Breite, 31 paar Ruderbänken für 427 Strafgefangene und 2 Segeln ist es eines der größten Galeerensegler der Geschichte.


Ein Nachbau einer entsprechenden Galeere in Original-Größe ist in einem Museum in Barcelona ausgestellt.





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Mit seinen 888 Teilen war dieser Galeerensegler nicht ganz so anspruchsvoll wie die "Le Soleil Royal" von Heller.


Trotzdem nahm der gesamte sorgfältige Aufbau fast 400 Stunden in Anspruch.


Der Zusammenbau des Rumpfes war schnell erledigt, einzig die Bemalung der Ornamente und Verzierungen nahmen viel Zeit und Geduld in Anspruch, da die Ornamentik sich nur schwach von Rumpf abhob. Dies
war der schwierigste Teil der Bautätigkeit.


Die Takelage war ein weiterer Prüfpunkt, vielleicht auch auf Grund der schlechten Übersetzung des Bauplanes.




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Auch dieses Modell wurde von Heller mit Plastiksegeln geliefert, mit denen ich das schöne Schiff aber nicht behängen wollte.



Somit bestand die dritte Schwierigkeit beim Bau in der Herstellung und Anbringung der Segel, in erster Linie wegen ihrer Größe.



Um das beste Ergebnis zu erzielen, experimentierte ich gleich mit Leinen und fertigte daraus schließlich die nötigen Segel. Dies diente mir auch als Grundlage für die spätere Besegelung der LE SOLEIL ROYAL.






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Im Nachhinein hat sich die Anstrengung aber gelohnt. Ohne Segel wirkt die Galeere nicht, denn der Rumpf ist so zierlich und schlank, daß jedes Größen- Verhältnis und jede Vorstellung verlorengeht.






Alles in allem, auf Grund seiner Detailtreue und grazilen Schönheit, ein sehr reizvolles Modell.










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Einzig das Heckverdeck aus Papier stört die Qualität des Modells. Vielleicht fällt mir da irgendwann noch eine bessere Lösung ein.



Das fertige Modell hat ein Länge von 890mm, ein Höhe von 600mm und eine Breite mit Rudern von ca. 450mm.










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Das nächste von Heller produzierte große Schiffs- Modell war ein Segler im Maßstab 1:50. Die Chebec mit einer Länge von 1006mm, Breite 500mm, Höhe 728mm bestand aus 670 Teilen.




Schon aus der Abbildung auf dem Baukasten ließ sich erkennen, daß dieses Modell im Zusammenbau keine zu hohen Ansprüche erfordete. Es erschien mir wenig herausfordernd, ich mußte es nicht haben.

Heute würde ich mich gerne an diesem reizvollen Modell versuchen.













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Heller "Traction Avant CITROEN", Maßstab 1:8




Rechtzeitig nach Beendigung der zwei großen Schiffe erschien von Heller der "Citroen Traction Avant" (La 15 six Cylinders) im Maßstab 1:8.



Das Modell stellte mit seinen 1054 Einzelteilen eine neuerliche Herausforderung meiner Modellbau-  Leidenschaft dar.



Ich erwarb den Baukasten und die Bautätigkeit ging  von vorne los.






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Auch mit diesem Modell hatte Heller einen erstklassigen Bausatz geliefert. Mit 1054 Bauteilen ungemein detailgetreu und paßgenau ließ sich das Auto in vielen Arbeitsstunden aufbauen.




Das Modell präsentierte sich mit funktionierender Zahnradlenkung, Drehstabaufhängung, zu öffnenden und verriegelnden Türen und Kofferraum und vielen Interieurs, die das Fahrzeug absolut realistisch erscheinen ließen.







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Der komplizierte Zusammenbau ergab ein großartiges Modell, meines Erachtens war es aber zu schwer für die schwache Plastikkonstruktion.

Nach einigen Jahren ereignete sich trotz Stillstand im Regal ein Achsbruch. Die Radaufhängungen hätten stabiler sein müssen.

Die Türscharniere stellten eine weitere Schwachstelle dar, sodaß trotz vorsichtigem öffnen der Türen eines Tages eine Türscharniere abbrach. So gab es etliche weitere Konstruktionsfehler des Bausatzes.

Trotzdem rettete ich das Auto über viele Jahre beinahe schadenfrei hinüber. 2003 trennte ich mich aber endgültig davon, da es total verstaubt war und auf Grund der schwachen Konstruktion nicht ohne Schaden gereinigt hätte werden konnen.



Länge des Fertigmodells, ca. 600mm, Breite und Höhe je ca. 220mm.




8111-404Heller, VICTORY, Maßstab 1:100.


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Das nächste Großmodell (Maßstab 1:100) von Heller war die "VICTORY", das berühmte Schlachtschiff Admiral Nelsons. Gebaut 1759-1765, existiert es noch als Original im Trockendock in Portsmouth, Süd-England.

Mit 56,7m Decklänge, 15,8m Breite, sowie 3 Kanonenebenen (104 Kanonen) war es ein gewaltiges Schlachtschiff, das Größte seiner Zeit.


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Der Bausatz reizte mich zwar, ich wollte aber kein so aufwendiges Modell mehr bauen. So sollte es bis 1981 dauern, ehe ich es mir trotzdem besorgte.


Schwierigkeitsgrad und Bauablauf gestalteten sich ähnlich dem der "Le Soleil Royal", obwohl es in keiner Weise identisch ist. Die Arbeitsschritte waren jedoch ähnlich.


Mit meinen bisherigen Erfahrungen wollte ich dieses Modell perfekter gestalten als die vorhergehenden, was mir zwar auch gelang - das Ergebnis ist im Vergleich aber kaum erkennbar, höchstens mit meinen eigenen Augen.






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War es schon schwierig, den Rumpf mit vielen Einzelteilen aufzubauen und zu bemalen, gestaltete sich das Knüpfen der Wanten wieder als zeitaufwendige Herausforderung. Allein der rechte Abschnitt der unteren Großmastwante besteht aus ca. 650 Knoten. Dies und die Montage der Wanten verlangte viel Konzentration und Genauigkeit,



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Die nächste Herausforderung bestand in der Herstellung und Anbringung der Segel.

Ich hatte zwar bereits Erfahrungen beim Bau der bisherigen Segler gesammelt, trotzdem sollte man diesen Arbeitsgang nicht unterschätzen.

Das Ausschneiden der Leinensegel, deren Vernähen und die Formgebung gestalteten sich aufwändig und zeitraubend.

Vor allem aber die Anbringung der Segel an den Rahen und die Vertakelung waren äußerst schwierig, da die bereits fertiggestellte "stehende" Takelage wenig Freiraum zur Arbeit gestattete.

Und mit jedem neu angebrachten Takel wurde der Bewegungsfreiraum im Modell weiter eingeschränkt.




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Der Aufbau dieses Modell (2107 Teile) kostete mich über 800 Stunden- allerdings verteilt auf ca.7 Jahre, da ich nicht die Zeit und die Geduld aufbrachte, das Modell in einem "Arbeitsgang" zu vollenden.



Mit dem Ergebnis hochzufrieden, sollte dies mein letztes Schiff werden, ich wollte den hohen Arbeits- aufwand nicht noch einmal eingehen und dabei blieb es auch-bis heute.



Das fertige Modell hat ein Länge von 1010mm, eine Höhe von 725mm, eine Breite von 330mm.








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Auch dieser detaillierte Bausatz stellt mit seinen 2107 Teilen einen hohen Schwierigkeitsgrad für den Modellbauer dar.



Der hervorragende Baukasten ist, wie alle Heller Modelle leider mit Plastiksegeln ausgerüstet, was dem fertigen Modell ein abwertendes Aussehen verleiht.



Ich ließ es mir nicht nehmen, auch für dieses Schiff die Segel aus Leinen selbst herzustellen, was zwar einen hohen Arbeitsaufwand erforderte, der sich jedoch im Verhältnis zum Ergebnis lohnte.








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Ein Schulfreund, der mein Interesse für Modellbau seit vielen Jahre kannte, überraschte mich ca. 1982 mit seinem angefangenen Modell der "LE SOLEIL ROYAL", die er in aller Stille gebaut hatte.



Dabei hatte er vorher nie Modelle gebaut  und diese Leistung ohne Erfahrung erbracht. Der Rumpf war bereits fertig, auch die Farbgebung getan. Und - alle Achtung - der Rumpf war perfekt.



Was fehlte, war nur noch die komplette Bemastung und Takelage. Später mußte ich erfahren, daß er sich an diese Arbeit nicht mehr herangewagt hatte.







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Einige Jahre später fragte mich eben jener Freund, ob ich ihm nicht ein solches Schiff gegen Bezahlung bauen könnte. Ich bot ihm an, seinen begonnenen Bausatz zu vollenden - aber was für ein Schock, als ich erfahren mußte, daß er sein unvollendetes Werk vor Jahren entsorgt hatte.



Zwei weitere große, in dieser Zeit auf den Markt gekommene Schiffe von Heller, die Passat und die Preußen, beide im Maßstab 1:150, tat ich mir nicht mehr an.

Nach den bisherigen anspruchsvollen Modellen, fand ich dafür keine Zeit und auch keine Lust mehr.


HelPreu


HelPas


















Die Entdeckung von Holz...


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Der Fund eines "VICTORY" Modells aus Holz (1:100) neben einer Mülltonne erregte mein Interesse an Holzmodellen.

Unvorstellbar für mich, daß jemand vielleicht jahrelang an so einem Modell gebaut hatte und es irgendwann im Müll landen ließ. Leider hatten Kinder das Modell vor mir gefunden, und damit gespielt. Es muß ein großer Spaß gewesen sein, die Wiederstandskraft von Holz zu testen. Ich nahm mit, was von dem Prachtmodell übrig war und taxierte den Schaden, eine Wiederherstellung war aber nicht mehr machbar.



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Mein gewecktes Interesse führte aber dazu, daß ich mir 1988 zwei Holzbaukästen holte. Einen Rumpfquerschnitt der "VICTORY" mit Großmast im passenden Maßsstab 1:100 war im Zusammenbau sehr anspruchsvoll und eine große Erfahrung. Allerdings blieb er bis heute unvollendet, der Aufbau stockte vor Jahren nach der 1. Maststufe. Mein jährlicher Vorsatz zur Fertigstellung des Modells scheiterte bisher.

Der zweite Holzbausatz stellt einen (Kanonen-) Kampfplatz aus eben so einem Kriegsschiff dar, ich hoffe auch diesen irgendwann anfangen zu können.




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